Motorradwallfahrt: Ungewohnten Lebensregeln nachgehen

– 17.05.2016 –  250 Biker kamen am Samstag an die Gnadenstätte / Pater Josef stellte Bergpredigt in den Mittelpunkt

250 Biker kamen am Samstag zur Motorradwallfahrt nach Walldürn. Auf dem Programm standen ein Gottesdienst und die Segnung der Motorräder auf dem Schlossplatz.
Bei guten äußeren Witterungsbedingungen kamen die Motorradfahrer auf rund 180 Motorrädern der Marken BMW, Honda, Kawasaki, Yamaha, Triumph oder Harley Davidson zu dieser nunmehr 16. Walldürner Motorradwallfahrt. Die Biker kamen aus dem ganzen süddeutschen Raum und aus dem Raum Köln, um an der Gnadenstätte zum Heiligen Blut zu verweilen und innezuhalten und ihren christlichen Glauben “aufzutanken”.

 

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Das sah man an den Nummernschildern, die zeigten, dass die Teilnehmer etwa aus Bad Dürkheim, Frankfurt, Hanau, Heidelberg, Heilbronn, Hohenlohekreis, Karlsruhe, Köln, München, Offenbach, Offenburg, Rems-Murr-Kreis oder Würzburg angereist waren. Nach der Ankunft und dem Mittagessen im Pfarrsaal folgte in der Basilika der Wallfahrtsgottesdienst, den Stadtpfarrer P. Josef Bregula, OFM Conv. unter das diesjährige Wallfahrtsthema “Barmherzigkeit will ich nicht Opfer” gestellt hatte. Er wurde musikalisch umrahmt von der Band “Young Musicians” unter der Leitung von Jürgen Miko.

Das Glück finden

Der Stadtpfarrer sagte näher auf das Thema der Motorradwallfahrt eingehend, “selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden!” Dieses Wort sei ein Teil der Seligpreisungen, die Jesus bei der Bergpredigt verkündet habe und bei denen er all denjenigen, die seine Seligpreisungen verwirklichen würden, versprochen habe, dass diese das Glück finden würden.

Er hoffe, das alle Teilnehmer dieser Wallfahrt ein Stück des Reiches Gottes und somit ein Stück Himmel erleben können.

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Pater Josef ging in seiner Predigt näher auf die Seligpreisungen, die Jesus bei seiner Bergpredigt verkündete, ein. Jesus Christus sei damals bereits berühmt gewesen, denn viele hätten zu diesem Zeitpunkt bereits Erzählungen gehört von seinen Heilungen und Wundern und hätten ihn ihn nun live erleben wollen. Und was sie da gehört hätten, das sei neu für sie gewesen: Jesus habe die glücklich gepriesen, die ein alternatives Leben geführt hätten: Glücklich seien nicht die Starken, die Erfolgreichen, die Großen und Mächtigen, sondern die Schwachen, die Versager die Kleinen und die Verachteten. Für viele würden die Seligpreisungen rätselhaft klingen, doch dabei würden sie den Weg zum Leben zeigen, gerade weil sie so anders seien.

Man habe den Eindruck, dass die Seligpreisungen unsere Denkgewohnheiten und Verhaltensweisen auf den Kopf stellen würden. Zunächst denke man, ein solches Leben sei unmöglich, schon gar nicht in der heutigen Gesellschaft. Doch ein jeder sollte einmal diesen ungewohnten Lebensregeln Jesu nachgehen.

“Selig sind” bedeute, Jesus möchte, dass Menschen glücklich werden. “Selig” heiße einfach “glücklich zu preisen”. Damit setze Jesus einen positiven Akzent am Anfang seiner ganzen Wirksamkeit- und darum heiße das Evangelium auch “gute Nachricht”. Bei Jesus gehe es nicht um Verhaltensgesetze. Er wolle und möchte, dass man innere Haltungen lerne, die einem den richtigen Weg finden lassen würden.

Innerer Kompass

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Die Seligpreisungen seien wie ein innerer Kompass, der einem in die richtige Richtung einstelle. Eine Haltung gehe viel tiefer als das bloße Befolgen eines Gesetzes. Gott wolle den Menschen nicht dressieren, sondern sein Herz von ihm prägen lassen. Die Bergpredigt laufe darauf hinaus, dass man nicht nur äußere Gesetze und Regeln befolge, sondern eine neue innere Haltung entwickle.

Die Seligpreisungen würden wie in einem Brennpunkt zeigen, wie man den Glauben finde und was der Glaube bewirkte. Alles fange mit leeren Händen vor Gott an. Als Folge davon seien solche Menschen aktive Friedensstifter und Verbreiter von Barmherzigkeit. Wenn ein Mensch Christ werde, werde er nicht nur selbst “selig”. Vielmehr setze Gott einen Kreislauf der Erlösung in Bewegung, von dem andere angesteckt würden. Letztlich sei ein jeder glücklich, wenn sein Leben etwas bewirke, was über ihn selbst hinausgehe. Christen seien also nicht die letzten Zeugen eines untergehenden christlichen Abendlandes, sondern Pioniere von Gottes neuer Welt.

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Quelle: Wallfahrtsleitung Walldürn

Motorräder gesegnet

Nach dem Wallfahrtsgottesdienst auf dem Wallfahrtsplatz nahm der Stadtpfarrer auf dem Schlossplatz die Segnung der von den Fahrern dort abgestellten Motorräder vor, ehe der Motorradkorso die Heimfahrt antrat – gestärkt und erneuert im christlichen Glauben. ds

© Fränkische Nachrichten

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