Wallfahrt-Statistik 2016

– 21.06.2016 – 

Die diesjährige vierwöchige Walldürner Wallfahrt „Zum Kostbaren Heiligen Blut“ vom 22. Mai bis zum 19. Juni im 686. Jahr nach dem Walldürner Blutwunder im Jahr 1330 ging am Sonntag zu Ende. Die diesjährige Wallfahrt stand unter dem Leitwort „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Matthäus 9, 13).

In den zurückliegenden vier Wallfahrtswochen kamen rund 35.000 Wallfahrer und Pilger zu Fuß, mit Bussen und PKW, oder mit dem Fahrrad und Motorrad zur Gnadenstätte „Zum kostbaren Heiligen Blut“ in die Wallfahrtsstadt Walldürn.

Von Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula, OFM, den in Walldürn ansässigen Franziskaner-Minoriten sowie von den während der vierwöchigen Wallfahrtszeit in Walldürn weilenden Bischöfen, Äbten und Geistlichen Würdeträgern wurden insgesamt 7 Pontifikalämter, 29 Hochämter, 38 Pilgerämter und Pilgermessen, 27 Blutandachten, 15 Vorabendmessen und Abendandachten, sowie 36 Heilige Ämter und Heilige Messen für die Pfarrgemeinde zelebriert. Des Weiteren fanden 7 Lichterprozessionen, die große Fronleichnamsprozession, die große Blutprozession am großen Blutfeiertag, der Empfang der 368. Kölner Fußprozession mit insgesamt 467 Teilnehmern von Köln bis nach Walldürn sowie der Empfang der 333. Fulda/Eichsfelder/Unterfränkischen Fußprozession mit 838 Teilnehmern statt.
Besonders beeindruckend war auch in diesem Jahr wieder die große Anzahl von bedeutenden Bischöfen sowie weiteren hohen geistlichen Würdeträgern, die der Wallfahrts- und Garnisonstadt Walldürn im Verlauf der vierwöchigen Wallfahrtszeit einen Besuch abstatteten und an den Sonn- und Feiertagen sowie zu besonderen Anlässen die Pontifikalämter und Hochämter zelebrierten: Erzbischof Stephan Burger (Freiburg), Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch (Freiburg), Bischof Friedhelm Hofmann (Würzburg), Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Weihbischof em. Rainer Klug (Freiburg), Weihbischof Dr. Johannes Kreidler (Rottenburg-Stuttgart), Weihbischof Ulrich Boom (Würzburg), Abt em. Dr. Emmeran Kränkl OSB (Schäftlarn), Offizial Domkapitular Thorsten Weil (Freiburg), Domkapitular Clemens Bieber (Würzburg), Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Dr. Arno Zahlauer (Direktor des geistlichen Zentrums St. Peter)und Generalassistent P. Franz Klein, OSA (Rom).
Kirchenchor und Orchester der Wallfahrtsbasilika unter der Leitung von Katrin Kirchgeßner umrahmten auch in diesem Jahr wieder an den Sonn- und Feiertagen die Pontifikal- und Hochämter mit Chor- und Orchestermessen. Zur Aufführung gebracht wurden hierbei u. a. die „Festmesse“ von Theodor Hefner (zusammen mit dem Kirchenchor Hollerbach-Oberneudorf und einem Orchester), die „Messe Es-Dur“ von Karl Kraft (zusammen mit einem Bläser-Ensemble), die „Orgelsolo-Messe“ von Wolfgang Amadeus Mozart (zusammen mit Solisten und einem Orchester), sowie die „Missa in G-Dur“ von Max Filke (zusammen mit einem Orchester. Auch der Männerchor und der gemischte Chor des Männergesangverein „Frohsinn“ Walldürn unter der Leitung von Michael Wüst mit der „Messe Brève No. 7 in C“ von Charles Gounod, der Singkreis Walldürn unter der Leitung von Robert Schmeiser mit der „Messe in B-Dur“ von Valentin Rathgeber, der Kinder- und Jugendchor der Katholischen Pfarrgemeinde St. Georg Walldürn, sowie die Kapelle des Musikvereins Hettingen und verschiedene Solisten trugen durch gesangliche bzw. instrumentale Darbietungen zur Gestaltung der Pontifikalämter und der großen Fronleichnams- sowie Blutsprozession bei. Organistin Katrin Kirchgeßner wurde während der vierwöchigen Hauptwallfahrtszeit an der Orgel tatkräftig unterstützt von Marcel Ditrich, Eckhard Kirchgeßner, Jürgen Miko und Friedhelm Bundschuh.
Das Sakristei-Team mit Mesner Markus Weigand, Achim Dörr, Thomas Baunach, Felix Kaufmann, Jürgen Kirchgeßner, Rainer Kreis, Jürgen Kugler, Werner Leiblein und Rolf Meixner war ebenso wie Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula OFM Conv. und alle Walldürner Franziskaner-Minoriten tagsüber im Wallfahrtseinsatz.
Quelle: Bernd Stieglmeier

Wallfahrt heute am 19.Juni (5.Wallfahrttssontag -Abschluss d. Wallfahrt)

basilika-wallduern

19. Juni – 5. Wallfahrtssonntag – Abschluss d. Wallfahrt
06:00 Uhr: Pilgeramt (Löffelstelzen)
08:00 Uhr: Pilgeramt (Neubrunn)
09:30 Uhr: Pontifikalamt mit Weihbischof Ulrich Boom, Würzburg (Rodenbach)
11:15 Uhr: Hl. Amt
14:00 Uhr: Andacht z. Ehren d. Hl. Blutes (Der Blutschrein wird bis 17 Uhr vor dem Hochaltar aufgestellt)
18:00 Uhr: Feierlicher Abschlussgottesdienst, Schließung des Blutschreins, große Abschluss-Lichter–Prozession durch die Wallfahrtsstadt

“Gottesliebe das oberste Gebot“

– 13.06.2016 –  Abt Emmeran Kränkl hielt die Predigt bei Hochamt / Leitwort stand im Mittelpunkt

Am traditionellen “Tag der Heimatvertriebenen, Aussiedler und ausländischen Mitbürger” weilten wieder viele Wallfahrer in der Basilika. Im Mittelpunkt stand das feierliche Hochamt mit Abt em. Emmeran Kränkl OSB (Schäftlarn), das kirchenmusikalisch feierlich umrahmt wurde von Organistin Katrin Kirchgeßner und vom Chor des Männergesangvereins “Frohsinn” unter der Leitung von Michael Wüst.

Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula OFM Conv. ging in seiner Begrüßungsansprache auf das Leitwort der Wallfahrt ein, “Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer” (Matthäus 9,13). Jesus Christus sage uns allen: “Darum lernt, was es heißt, Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer”. Vielleicht liege hier der tiefste Kern der Bekehrung von uns Menschen. Wir müssten wieder zur wahren Erkenntnis Gottes kommen. Erkennen, wer Gott in Wirklichkeit sei. Erkennen, aber nicht nur mit dem Verstand. Erkennen, in dem wir die Barmherzigkeit Gottes suchen und annehmen würden. Barmherzigkeit finden, indem wir sie selbst schenken würden.

Quelle: Bernd Stieglmeier

12.06.2016
4. Wallfahrtssonntag mit Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB, Schäftlarn

Nach den von einer Lektorin der Ackermann-Gemeinde vorgetragenen Lesungen aus dem Buch Hoséa und aus dem Brief des Apostel Paulus an die Römer sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Matthäus durch Diakon Friedhelm Bundschuh stellte Abt Emmeran Kränkl OSB das Leitwort in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Mit diesem Leitwort habe man ein sehr brisantes Wallfahrtsmotto ausgewählt. Dieses Motto sei es nämlich gewesen, das Jesus Christus letztendlich ans Kreuz gebracht habe.

Zweimal tauche dieses Motto so wörtlich im Matthäus-Evangelium auf, nämlich zum einen bei der Begegnung von Jesus mit den Zöllnern, und zum anderen, als die Jünger Jesu einmal an einem Sabbat nicht zu essen hatten und deshalb Ähren abrissen und sie aßen und sie die Pharisä-er daraufhin zur Rede stellten, da dies ihrer Meinung Am Sabbat verboten war. Und wiederum habe Jesus deshalb dieses Wort zitiert “Erbarmen will ich, nicht Opfer!” – mit der Begründung: “Der Sabbat ist für den Menschen da, und nicht der Mensch für den Sabbat: Damit habe sich Jesus vollends über die Überzeugung der Schriftkundigen hinweg gesetzt und diese gleichsam “auf den Kopf gestellt”. Die Gebote seien für den Menschen da, nicht umgekehrt! In der Bergpredigt bei Mattäus habe Jesus ebenfalls die Priorität der Menschlichkeit vor der Gesetzlichkeit betont.

Gott lasse sich nicht verehren auf Kosten von Menschen. Extreme Gruppen wie die islamistischen “Gotteskrieger” der Dschihadisten, die das Gegenteil behaupten und praktizierten, würden den Sinn von Glauben und Religion pervertieren. Sie würden nicht Gott verkünden, sondern vielmehr einen Moloch oder ein Monster. Es gehe Jesus Christus also darum, dem Willen Gottes zu seinem Recht zu verhelfen gegenüber allen menschlichen Überlieferungen und Bestimmungen, die diesen Willen verdunkeln oder gar außer Kraft setzen wollten. Das Wort Gottes solle von allen Verkrustungen und Verbiegungen befreit und so wieder zu seinem Recht kommen.

Quelle: Bernd Stieglmeier

Quelle: Bernd Stieglmeier

12.06.2016
4. Wallfahrtssonntag mit Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB, Schäftlarn

In die Tradition gestellt

Die Frage in den Raum stellend “Wollte Jesus mit seinen Interven-tionen die alte Religion, ja die Religion überhaupt abschaffen? sagte der Abt, er selbst glaube, Jesus wäre völlig missverstanden, wenn man ihm unterstellen würde, er habe das Alte – also die jüdische Religion – abschaffen wollen, um etwas völlig Neues schaffen zu wollen. Jesus habe sich vielmehr in die prophetische Tradition seines Volkes gestellt. In der wichtigsten Lehrpassage des Matthäus-Evangeliums, in der Bergpredigt nämlich, habe er ausdrücklich gesagt: “Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen.” Er habe das Glaubensleben seiner Zeit von Verkrustungen und Verhärtungen befreien und die Gebote auf die ursprüngliche Absicht Gottes zurückführen wollen. Es sei ihm dabei nicht um die Abschaffung der Gebote gegangen, sondern um deren Verinnerlichung und Radikalisierung. So komme es zum Beispiel Gott nicht auf Reinheit der liturgischen Gefäße an, sondern auf die Reinheit des menschlichen Herzens.

Reinheit des Herzens wichtig

Auf die Frage nach dem obersten und wichtigsten Gebot weise Jesus auf die Gottesliebe hin. Gottesliebe ohne Nächstenliebe führe zu Ritualismus, Herzenshärte und kalter Strenge, und unter Umständen sogar zu brutaler Grausamkeit und Terror. Jesus habe unser Leben nicht danach beurteilt, ob wir die liturgischen Vorschriften eingehalten und unseren Glauben pünktlich und regelmäßig praktiziert haben, sondern vielmehr danach, ob wir den Hungrigen gespeist, den Fremden und Obdachlosen aufgenommen, die Kranken und Gefangenen besucht haben. Dies wiederum heiße, dass eine Gottesliebe ohne Nächstenliebe nur eine Einbildung, eine bloße Illusion sei. Menschenliebe ohne Gottesliebe drohe in einen starren und kalten Moralismus zu verfallen.

Gottes- und Nächstenliebe müssten in einer echten Balance stehen, sonst verkümmere oder ersterbe das eine oder das andere – die Gottesliebe oder die Menschenliebe. Weil Gottes innerstes Wesen Barmherzigkeit sei, wolle er, dass auch ein jeder von uns den Nächsten liebe und mit den Armen, Schwachen und Sündern Erbarmen habe. Es sei also Gott selbst, der diese Forderung an uns Menschen stelle. ds

© Fränkische Nachrichten

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