Ende der Wallfahrtssaison und Pilgerführertreffen 2021 – Leitwort 2022

Mit dem Abschluss der ersten Wallfahrtssaison Mitte Oktober war auch das traditionelle Treffen der Pilgerführerinnen und Pilgerführer verbunden. Rund 50 Wallfahrtsorganisatoren kamen an der Gnadenstätte zum Heiligen Blut in Walldürn zusammen um sich auszutauschen und zukünftige Planungen aus erster Hand zu erfahren.
Zu Beginn der Zusammenkunft, die Corona-bedingt komplett in der Wallfahrtsbasilika stattfand, wurde die Heilige Messe gefeiert, die Pater Josef Bregula OFMConv und sein Mitbruder Pater Kamil Piotrowski OFMConv zelebrierten. Nach der Lesung aus dem Matthäus-Evangelium, wo es um das Vertrauen beim Beten ging, stellte der Wallfahrtsleiter die Frage: Wie es bei uns um das Bitten und Danken bestellt ist? Damit haben die heutigen Menschen große Schwierigkeiten und folglich auch mit dem Bittgebet. „Wenn ich frei und unabhängig bin, dann brauche ich niemanden um etwas zu bitten und bin niemandem einen Dank schuldig“, so oftmals die egoistische Sichtweise. Wir beten um Vieles, aber vergessen dabei unser aktives Mitwirken. „Richtiges Bitten zwingt uns gewissermaßen dazu, nicht nur nach unseren Wünschen zu fragen, sondern vor allem nach Gottes Willen. Dies wird vor allem im Vaterunser deutlich“, so Pater Josef.

Internetseite neu überarbeitet

Im Anschluss an die Eucharistiefeier begrüßte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Eva-Maria Kötter die Anwesenden und betonte, „dass eine bewegte Wallfahrtszeit hinter uns liegt“. Es waren viele Herausforderungen zu meistern und die zahlreichen digitalen Übertragungen durch das Online-Team, zeige eine neue Normalität. Auch die Internetseite der Wallfahrt wurde überarbeitet, die zukünftig noch mehr Informationen zu den einzelnen Pilgergruppen ermöglichen soll.
Bürgermeister Markus Günther überbrachte die Grüße der Stadt Walldürn und freute sich über das Zustandekommen des Treffens. Er zeigte einige infrastrukturelle Veränderungen im Kernstadtbereich auf. Die Straßensanierungen seien abgeschlossen sowie auch die Errichtung einer Toilettenanlage mit Busparkplatz unweit der Basilika. Das Stadt- und Wallfahrtsmuseum werde generalsaniert und dabei komme es auch zu einem Neubau für die Tourist-Information als Anlaufstelle für die Pilger.

Ruf Gottes folgen

Mit der anschließenden Präsentation des Themas für das Wallfahrtsjahr 2022, die Pater Irenäus Wojtko OFMConv inhaltlich konzipiert hat, gab die Wallfahrtsleitung einen Ausblick auf den Schwerpunkt für das kommende Jahr. „Wir sind gekommen, ihn anzubeten“, lautet das Motto, das dem zweiten Kapitel des Matthäus-Evangeliums entnommen ist. Bei der Hinführung zum Leitwort ging es aber zunächst um die Feststellung, dass von Anfang an das Pilgern und das Unterwegssein als eine Antwort auf Gottes Ruf zu sehen ist. Ob Abraham, Jakob und seine Familie oder das ganze Volk Israel, alle folgten dem Ruf Gottes. Auch heute pilgern jährlich weltweit rund vierzig Millionen Christen zu Heiligtümern. Darunter sind auch 136 Eucharistische Wallfahrtsorte, zudem Walldürn als Größter in Deutschland zählt. Im weiteren Verlauf der Vorstellung wurden die persönlichen Gründe des Pilgerns erörtert, die als vielschichtig und ganz individuell aufgezeigt wurden. „Das Leitwort für 2022 führt wieder zum Kern unseres Glaubens, zu Jesus Christus, als den Mittelpunkt und die Mitte unseres Lebens“. Es waren die Sterndeuter, die dem Stern folgten mit dem Ziel der Krippe in Betlehem und es sind heute tausende Pilger mit dem Ziel Walldürn, um dort den Blutschrein mit dem Korporale aufzusuchen und die Eucharistische Anbetung zu erleben, so eine Gegenüberstellung. Die abschließende Frage befasste sich mit dem eigenen Pilgerweg. Was ist meine Motivation? Was suche ich? Am Anfang steht vor allem eines: Nämlich die Entscheidung des Aufbruchs und des Losgehens.
In der abschließenden Diskussion und auch beim geselligen Austausch auf dem Wallfahrtsplatz wurde bekräftigt, dass man seitens der Wallfahrtsleitung an dem neuen Konzept einer Wallfahrtssaison mit integrierter Hauptwallfahrtszeit festhält. Denn: Viele Einzelpilger, kleinere Gruppen, Radler und Motorradgruppen sind das ganze Jahr über zur Gnadenstätte nach Walldürn gepilgert. Sei es als Ziel- oder Stationsort auf dem jeweiligen Pilgerweg. Der Blick des Wallfahrtsleiters Pater Josef Bregula mit seinem Team geht nach vorne in der Hoffnung, dass die Wallfahrt in Walldürn bald wieder im gewohnten Rahmen und ohne pandemie-bedingte Einschränkungen durchgeführt werden kann. Mit einer kurzen eucharistischen Andacht und dem sakramentalen Segen ging das Treffen zu Ende.

Hauptwallfahrtszeit 2020 abgesagt

Nach eingehenden Beratungen und Gesprächen, auch mit dem
Erzbistum Freiburg, sowie unter Berücksichtigung der Vorgaben und
Verordnungen der Behörden, hat die Walldürner Wallfahrtsleitung die
anstehende Hauptwallfahrtszeit vom 7. Juni bis 5. Juli 2020 abgesagt.
Gleichzeitig betrifft dies auch die besonderen Wallfahrtstage außerhalb
der Hauptwallfahrtszeit, wie die Motorrad-Wallfahrt am 30. Mai und die
Fahrrad-Wallfahrt am 12. September diesen Jahres

„Wir alle bedauern dies sehr, aber aufgrund der Situation um die Corona-
Pandemie sind wir uns der Verantwortung und Veranstalterrolle bewusst
und müssen diesen Schritt gehen“, so der Wallfahrtsleiter Pater Josef
Bregula OFM Conv. in einer ersten Stellungnahme.

Durchführung dieser Hauptwallfahrtszeit unmöglich

Vor allem auch mit Blick auf die wallfahrtsspezifische Infrastruktur und die
dabei einzuhaltenden Hygienevorschriften und -maßnahmen, ist die
Durchführung dieser Hauptwallfahrtszeit mit den haupt- und
ehrenamtlichen Kräften und bei diesem Pilgeraufkommen von mehreren
Tausend Pilgern unmöglich. Mit verschiedenen Pilgergruppen stand man
im Kontakt und in den letzten Wochen und Tagen hatten bereits
Pilgergruppen u. a. die aus Mömbris, Bobenheim-Roxheim, Mechenhard
und zuletzt auch die traditionelle Kölner-Fußwallfahrt ihr Kommen
abgesagt.

„Sicherlich ist dies auch mit Blick auf die Wallfahrtstradition vieler
Pilgergruppen und auch auf die der Wallfahrt zum Heiligen Blut in
Walldürn, die sich in diesem Jahr mit dem Ereignis um das Blutwunder im
Jahre 1330 zum 690. Mal jährt, sehr schade“, so die Wallfahrtsleitung
weiter.

Nicht auszuschließen: Wallfahrt mit geänderten Konzept

Ob es eine Verschiebung und Option mit einem geänderten Konzept,
möglicherweise für eine oder zwei Wochen im Spätherbst gibt, ist denkbar
und nicht auszuschließen.

Klar ist aber auch: Die weitere Lage und Entwicklung samt Vorgaben zu dieser Corona-Krise wird dabei berücksichtigt und trägt dann zu den weiteren Überlegungen bei. Alle Pilgergruppen hätten damit zumindest noch eine Perspektive für das Jahr 2020.

Zudem bleibt generell abzuwarten wie sich die Öffnung der Kirchen unter
Einhaltung der Abstands- und Hygienerichtlinien in den nächsten Wochen
weiter gestalten wird.

Leitwort für die Hauptwallfahrt 2018 vorgestellt

Mit diesem Leitwort für die Wallfahrt zum Heiligen Blut 2018, welches dem Psalm 34,15 entnommen ist, kommt eine Aufforderung zum Ausdruck die uns alle angeht und berühren muss. Den Frieden suchen und ihm auf Schritt und Tritt nachgehen, egal in welcher Situation unseres Lebens, ob in der Familie, am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder in der Freizeit.
Diakon Karl-Heinz Becker hat das Thema aufbereitet und eine CD sowie ein Info-Heft für die Pilgerfüher/innen erstellt. Nähere Informationen dazu über das Wallfahrtsbüro.

Auch der Katholikentag im Mai 2018 in Münster und die Ministrantenwallfahrt im August 2018 in Rom haben diesen Psalm zum Thema und rufen damit gewissermaßen zu einem friedlichen Zusammenleben in der Welt auf.