Blutfeiertag wird begangen

Lourdes Grotte

Hauptwallfahrtszeit ist Corona-bedingt abgesagt – Kontakt zu den Pilgergruppen besteht – Blutfeiertag wird begangen 

Am kommenden Sonntag hätte die Hauptwallfahrtszeit zum Heiligen Blut begonnen. Diesmal sogar eine ganz besondere. Denn: In diesem Jahr blickt man auf 690 Jahre Blutwunder aus dem Jahre 1330 zurück. Nun ist alles anders. Vor fünf Wochen wurde diese besondere vierwöchige Zeit für Walldürn aber vor allem für Tausende von Pilgern im Zuge der Coronakrise abgesagt. Man kann es sich noch gar nicht so richtig vorstellen, dass die vielen Begegnungen nicht stattfinden werden und viele Menschen auf eine liebgewonnene Zeit im persönlichen Jahresablauf verzichten müssen. Vielleicht wird einem auch jetzt erst richtig bewusst, wie wertvoll diese Zeit ist und was sie einem bedeutet. Eines ist klar: Bei vielen Pilgerinnen und Pilgern schwingt Traurigkeit und eine große Portion Wehmut in diesen Tagen mit, denn die ersten Gruppen hätten sich im Laufe dieser Woche bereits auf den Weg in die Wallfahrtsstadt gemacht. „Wir spüren die Enttäuschung bei den Pilgern, die uns anrufen und die sich auch über die Sozialen Netzwerke mit uns verbinden“, so der Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula OFM Conv.

Wallfahrtsbasilika mit Wallfahrtsplatz

Wo sich normalerweise tausende Pilger, gerade an den Wochenenden und besonderen Wallfahrtstagen, aufhalten, wird in diesem Jahr eher Ruhe und Stille eintreten.

Blutfeiertag wird begangen

Das Wallfahrtsbüro und die Wallfahrtsleitung haben sich natürlich auch Gedanken gemacht wie sie den Kontakt zu den Pilgergruppen halten können. Es wird in der Phase der abgesagten Hauptwallfahrtszeit eine Reihe von Livestreamings durch das Online-Team und Live-Übertragungen über den Fernsehsender K-TV von Gottesdiensten und Abendandachten geben. Besonders wird der „Große Blutfeiertag“ am 18. Juni begangen, denn dieser Tag wurde von Papst Eugen IV auf den Oktavtag von Fronleichnam festgesetzt und wird daher auch nicht verschoben. Dieser Gedenktag zu Ehren des Blutwunders wird auf Grund der immer noch bestehenden und begrenzten Anzahl von Gläubigen mit geladenen Gästen in einer Heiligen Messe um 9.30 Uhr gefeiert. In dieser Eucharistiefeier wird besonders für die Anliegen der Pilger gebetet, die diese nicht persönlich zur Gnadenstätte bringen können.

Spendenaktion

Darüber hinaus wird es auch eine Spendenaktion geben, damit während dieser vier Wochen die großen Heilig-Blut-Kerzen am Blutaltar brennen können. Um die Verbundenheit mit den Pilgergruppen zu dokumentieren, werden jeden Tag die Namen der Pilgergruppen am Blutaltar veröffentlicht, an dem sie angekommen wären. Auch wird es ein Bestellportal auf der Internetseite der Wallfahrt zum Heiligen Blut geben, auf dem man Messstipendien, Wallfahrtskerzen und -plaketten, Ritaöl und -rosen bestellen kann. „Wir denken, dass sich aber sicherlich auch viele Individualpilger in dieser Zeit auf den Weg nach Walldürn machen werden um einfach auch in der Stille am Blutaltar innezuhalten und zu beten“, so die Walldürner Wallfahrtsleitung. In diesem Jahr wird die Atmosphäre in den vier Wochen nach dem Dreifaltigkeitssonntag in der Basilika, am Wallfahrtsplatz und in der gesamten Innenstadt eine andere sein. Eine Zeit die Walldürn so nicht kennt und auch in der Form noch nie erlebt hat.

 

Lourdes Grotte

Auch die beliebte Lourdes-Grotte wird in diesem Jahr vielen Pilgern fehlen. Sie wurde in diesen vier Wochen sehr oft aufgesucht und auch Andachten mit den einheimischen Blaskapellen der Pilgergruppen wurden dort gerne gefeiert